Pensionskasse Graubünden: Klimabewusst und doch im Blindflug

21.2.2026
Die Pensionskasse Graubünden ist um Klimaschutz bemüht. Trotzdem bedroht der Klimawandel die Renten jüngerer Versicherter. Statt Alarm zu schlagen, investiert sie weiter in Öl- und Gasgiganten und verweist auf ihre Vermögensverwalterin UBS. Diese schiebt die Verantwortung auf Anfrage an den US-Finanzkonzern MSCI weiter - der auf Rückfragen nicht reagiert.

Klimaschäden bedrohen die Renten jüngerer Versicherter. «Wir treten in eine Ära extremer Wetterereignisse ein», sagt Nachhaltigkeitsexpertin Sangiorgio. «Pensionskassen laufen Gefahr, sich von einer Krise zur nächsten nicht schnell genug zu erholen.» Sie schlussfolgert: Pensionskassen sind mehrheitlich im Klima-Blindflug. Die Warnung bestätigt der renommierte Finanzdienstleister Ortec Finance: «Die langfristige Rendite von Pensionskassen wird durch die Entwicklung der globalen CO₂-Emissionen bestimmt werden.»

Klimarisiken hat die Pensionskasse Graubünden gemäss eigener Aussage auf dem Schirm. Sie beauftragt ihre Vermögensverwalterin UBS deshalb nur in sogenannte «ESG Leaders» zu investieren, also führende Firmen im Bereich Nachhaltigkeit. Erstmals zeigen WAV, Correctiv.Schweiz und die Südostschweiz, wie sie dabei vorgeht. Über 32 Millionen Franken fliessen in Öl- und Gaskonzerne, darunter der weltgrösste Ölkonzern Saudi Aramco sowie der US-Pipelinebetreiber Enbridge. Auf Anfrage verweist die UBS an den US-Börsendienstleister MSCI, der Fragen unbeantwortet liess. 

Untätig bleiben die Schweizer Aufsichtsbehörden. Weder die für Graubünden zuständige Direktaufsicht ATIOZ noch die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge prüfen Klimarisiken. Es fehle eine gesetzliche Grundlage, schreiben beide auf Anfrage, weil das Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) Klimarisiken nicht explizit nenne. 

Artikel in der Südostschweiz, 21.02.2026